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Internationaler Frühschoppen [entries|friends|calendar]
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Der Krampf geht weiter [29 Mar 2006|05:38pm]

julius_firefly
[ mood | hungry ]

An dieser Stelle nur so viel: manche der wakeren FrühschopperInnen vergnügen sich nun auf Solo-Blogs weiter. Den artigen tjonke will ich nicht groß dissen, ergo bleibt der Link zu seinem Blog auch seine Sache - darf er gerne selber nachholen. lorelei_gilmore hingegen hat zwar einen Blog, schreibt aber nix. Und ich bin fürderhin hier zu finden:
http://greasepaint-mustache.blogspot.com/

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deutsch, belgisch, philosophisch [10 Jan 2006|03:08pm]

tjonke
Nichts kann mich mehr begeistern als der innovative, kreative Umgang mit Sprache. Damit meine ich natürlich nicht banale Rechtschreibfehler oder souveränes Ignorieren sämtlicher Regeln und Gepflogenheiten der Interpunktion. Das alles ist Kinderkacke und gehört z.B. in den "rwth-general" benannten Sandkasten, in dem spätpubertierende Etechniker und Maschinenbauer Texte verfassen, die sich vordergründig gegen Rechtschreibreform, geschlechtsneutrale Schreibweise und alles andere, was irgendwie "links" anmutet, wenden, während gleichzeitig der Subtext dieses Geschreibsels eine heimliche anarchistische Neigung, wenigstens auf dem Gebiet der Sprache verrät.
Das alles, wie gesagt, ist KinderKot. Ganz große Klasse sind hingegen diejenigen leichten, kaum merkbaren Verletzungen der Regeln, die auf subtile Weise und fast unbemerkt das ganze Kartenhaus präskriptiver Sprachwissenschaften zusammenbrechen lassen und uns alle zu neuen Ufern sprachlicher Ausdrucksfähigkeit aufbrechen heißen.

Königin auf dem Feld feinfühliger Neujustierungen am System der deutschen Sprache ist die belgische Supermarktkette "Delhaize", deren deutschsprachiger Textausstoß mutmaßlich zum größeren Teil von nicht-MuttersprachlerInnen produziert wird und wohl auch Eigenheiten der in den belgischen Ostkantonen gesprochenen, stark von französischer Sprachlogik geprägten Variante des Deutschen widerspiegelt.

"Ferien- so wie man es sich wunscht" kann da nur als Fingerübung gelten. Besser schon die bemerkenswerte Formulierung "mehrere Informationen erhalten Sie im Geschäft". Und als absolute Krönung kann der philosophische Imperativ "Fragen Sie Ihre Delhaize-Karte" gelten -- knüpft er doch an die gute christliche Tradition an, das eigene Handeln nicht an abstrakten ethischen Prinzipien, sondern an den durch die Gesamtheit aller mit einem ethischen Prinzip vereinbaren Handlungsoptionen definierten Raum von Verhaltenweisen auszurichten.
Was hätte Jesus -- Verzeihung: die Delhaize-Karte getan? Wahrscheinlich einen guten südafrikanischen Knallwein gekauft und sich einen gemütlichenFernsehabend gemacht.
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Aslan Saves! [11 Dec 2005|02:40am]

julius_firefly
[ mood | lonely ]

Seit Donnerstag laufen bekanntlich die erzchristlichen Chroniken von Narnia (bzw. deren erster Teil) in den diesländichen Kinos. Dass Aslan, der nette, sprechende Löwe, eigentlich Jesus ist - nur eben von Narnia, nicht von eurer, d.h. unserer Welt - , setze ich als bekannt voraus. Vgl. Auferstehung, u.a.

Nun aber das: C.S. Lewis - the Devil's wisest fool. Knüppelhärteste Protestanten, das. Lewis war nicht nur kein Christ, er war auch Taoist, Satanist, etc. (als hätte der Umstand, dass er Katholik war, nicht schon ausgereicht), und seine Werke zutiefst heidnisch. Und geraucht und getrunken hat er auch!!!!!11

Interessant, dass sich die Von Nattens ebenfalls darüber mockieren, dass Lewis in den Chroniken viermal (nachgezählt!) das Wort "ass" verwendet. Das geht nun wirklich nicht, erst recht nicht in einem Kinderbuch. Doch, o mercyful god, die Site eben jener Von Stattens heißt "Balaam's Ass".

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Neulich im Durchzug [01 Dec 2005|05:10pm]

julius_firefly
[ mood | sleepy ]

Thema Gewerkschaften. Was Genaues weiß man nicht, nur so viel: die sind doof, und überhaupt schuld. Nachdem einiges Über's Hin- und Her der Gewerkschaften gesagt war, hielt es manche nicht mehr auf ihren Sitzen. Mit vor Haß zitternder Stimme brüllten sie: "Aber was tun denn die Gewerkschaften für mehr Arbeitsplätze?"

Da sitzen sie dann, mit dem IQ von aufgeweichten Brötchen, und starren das dozierende Wesen mit großen Fettaugen schmachtend an - das reicht für eine gute SoMi-Note. Man selber ist sich gerade nicht dumm genug, zum Advokaten der in der Tat unzureichenden Gewerkschaft zu machen, und was können Argumente schon gegen Glauben ausrichten?

"Was tun denn Arbeitgeberverbänd für mehr Arbeitsplätze?" wäre eine denkbare Entgegnung. Oder auch: "Was tust denn Du, deutsches Mädchen, deutscher Junge?"
Nichts? Ach, komisch.

Oder auch: "Wer bist denn du - AnhängerIn der Linkspartei, oder woher kommt der Arbeitsfetisch?"

Oder: "Haben deine Eltern dir nicht beigebracht, daß du nicht alles nachplappern sollst, was du im Fernsehen hörst?"

Bleibt die Feststellung: diese Gewerkschaften, und genau diese, hat dieses Land verdient. Keine anderen.

Im Anschluß folgte die Rache der eigentlich strunzunpolitischen KoWis und ihrer zukünftig ins Lehramt abgeschobenen FreundInnen: Referat war ganz ok, aber... zu wenig Diagramme, zu viel Text, nicht auf dem Tisch getanzt, Reduktion hätte das Motto heißen müssen. Jede Menger postmoderner Unsinn also, dessen Anwendung an deutschen Schulen solche Bildungsweisheit wie beispielsweise "Hitler hat 6 Millionen Juden vergast" zu Tage fördert. Im Gleichen Sinne hätte sich das Referat auch auf die eigentlich erwünschte Aussage begrenzen können: Gewerkschaften vernichten Arbeitsplätze. Aber das wußten wir ja schon vorher.

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Go Go Go! [23 Nov 2005|12:33am]

julius_firefly
[ mood | lethargic ]

Wie DJ Thud'em auf seinem last gig ins Mic säuselte, planen die schizoiden Teile des Aachener AStA die Einführung der Geschäftsordnung (GO) des Teutschen Bundestages für dergestaltige Begebenheiten des alterwürdigen Hohen Hauses (SP), die nicht von dessen eigener GO ab- und zugedeckt werden.

Die hieraus und fürderhin erzielbaren Synergie-Effekte sind schier unerschöpflich, und übersteigen die Zerstörungskraft herkömmlicher atomarer Sprengköpfe um ein Vielfaches - ein "Begräbnis der Nadel" (Egon Spengler). Beispiele?

Beispiele:
- Alle MdSP (Mitglieder der Sozialistischen Partei, quatsch: des Studierendenparlaments) müssen darauf verzichten, ihre Mitgliedschaft ebendort bei Bewerbungen als Einstellungsgrund anzugeben, womit für große Teile der momentanen AStA-coalition der Grund für ihre Mitarbeit spontan dahinscheidet (RIP). Zur Durchsetzung dieses Teils der GO müßten sämtliche MdSP alle Bewerbungen beim SP-Präsi zur Prüfung einreichen.
- Sämtliche Spenden müssen angegeben werden. Somit haben alle MdSP die Pflicht, das SP über Dauer und Umfang der elterlichen Unterstüzung anzugeben.
- EinE WehrbeauftragteR ist zu wählen. Dank einschlägiger Erfahrung (Duck Soup, Panzer General I-IV) biete ich mich hiermit für diesen Posten an, und war damit schneller und bin ohnehin qualifizierter als Genosse DJ Thud'em (Herr Lehmann, Die Sims).

Deshalb, liebe GenossInnen, hochwerte Damen und Herren, Männer und Frauen, KollegInnen und MüßiggangfetischistInnen, ist auf der anstehenden SP-Sitzung geschlossen für diese GO-Ergänzung zu stimmen. Wer dagegen ist, muß zu den Jusos (ab spätestens Kalenderjahr 2008).

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Geek-Film 2005 [31 Oct 2005|07:28pm]

julius_firefly
Das Jahr ist fast hinüber, und viel wird nicht mehr auf uns zu kommen, zumindest kinotechnisch. Harry Potter, Narnia und anderer Kinderfantasykram, kitschiger Puppentrick wie Corpse Bride, und der Egoshooter Doom können getrost außer Acht gelassen werden wenn's nun und hier um persönliche Top 3s des Geek-Kinojahrs geht. King Kong und Serenity könnten sich im Nachhinein noch plazieren, aber das war's dann auch. Ok, here goes...

Top 3 Geek-Filme 2005
1. Batman Begins - Christian Bale ist Gott. Umgehend nach diesem Film verbrannte ich meine Satanisten-Bibel und mein Necronomicon, und errichtete dem einen, dem wahren Batman, Christian Bale, einen Schrein. Messen jeden Sonntag um 9.30 und 11.00.
2. War of the Worlds - Huh, Tom Cruise... man kann über diesen Scientology-Typen halten was man will, aber hier gibt er seine beste Performance ever, immerhin. Und Dakota Fanning bietet das beste Child-Acting seit Sixth Sense.Ansonsten endlich noch mal ein Spielberg, der nicht nur dahinplätschert, sondern zu fesseln weiß - ein angstschweißtreibendes Popcornerlebnis.
3. Sin City - Allein für Mickey Rourke hat sich's gelohnt. Und der hüpfende Psychokiller Elijah Wood war nicht halb so unglaubwürdig wie erwartet - Respekt. Ob man bei einem Film, der gänzlich wie ein Comic aufgezogen ist, nicht besser den Comic lesen sollte, bleibt fragwürdig.

Top 3 der verpassten Chancen 2005
1. Star Wars Episode III: Revenge of the Sith - Zugegeben, im direkten Vergleich mit Episode I (*graus*) und II eine klare Verbesserung. Und insgesamt wäre vielleicht kein fader Beigeschmack geblieben, wenn nicht Darth Vader, der Bad Ass der klassischen Trilogie, ohnehin schon durch große Kinderaugen und dilettantisches Overacting der Lächerlichkeit preisgegeben, am Ende trotz schnieker Rüstung nicht das Crybaby raushängen lassen würde.... "Neeeeeeeeeeiiiiiiiiin"...
2. Fantastic Four - Ich mochte diesen Film, aber das ist auch schon alles. Hätte so viel mehr sein können. Johnny Storm rockt, Ben Grimm geht, das war's.
3. Land of the Dead - Ok, aber kein Hammer. Romero packt den Fabelhammer aus, und das ist stellenweise ein wenig zu penetrant.

Top 3 der verhunzten Streifen 2005
1. The Hitchhiker's Guide to the Galaxy - Sollte wohl witzig gewesen sein. Die Synchro war mies, und keiner der drei Gags des O-Tons konnte gerettet werden.
2. Robots - Ok, es geht, wie der Titel schon vermuten läßt, um Roboter, aber muß der Film trotzdem ohne jede Seele auskommen? Dachte, die Zeit, in der CGI-Filme nur gemacht werden, um zu zeigen, was man mit CGI alles machen kann, wären vorbei. Falsch gedacht.
3. Sin City - Yo, muss auch an diese Stelle, aus oben genanntem Grund (Comic =/= Film).

Top 3 der verpassten Geek-Filme 2005
1. Sky High - Disney mal außen vor klingt dieser Kiddiemovie tatsächlich gewinnbringend. Vielleicht war's gut, den nicht synchronisiert geniessen zu müssen, von daher hoffen wir mal auf die DVD.
2. Dungeons & Dragons 2 - Wie hätte ich den auch im Kino sehen können, lief ja nur im US-TV. Ist angeblich diesmal keine Mogelpackung, da soll tatsächlich D&D drinne sein.
3. Die Reise der Pinguine - Eigentlich hätte ich, Anhänger und Verfechter des Intelligent Design ("Wie Christian Bale die Welt in 141 Minuten erschafft"), den sehen sollen, hab ich aber nicht.

Nebenbei: Gott (Bale) ist übrigens 25 Tage jünger als ich. Wie er das wohl wieder gemacht hat? Das nennt man wohl Gottesbeweis.

Und sonst? Würde mich interessieren, was eure Top 3s diese Kinojahr waren. Bzw: Hab ich was vergessen?
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Sind wir nicht alle ein bißchen Deutschland? [27 Sep 2005|01:46pm]

griesgram
[ mood | nauseated ]

Vor einiger Zeit habe ich mal belustigt gelesen, dass irgendein Nazi meinen Lieblingsnazi Horst Mahler doof fand, da dieser auf Seminaren Meditationen anleite, deren Ziel sei, dass sich die Meditierenden als Teil des Volkskörpers fühlen.

http://66.249.93.104/search?q=cache:O3NVbzxu6O4J:www.klick-nach-rechts.de/ticker/2003/10/mahler.htm+%22horst+mahler%22+meditation+volksk%C3%B6rper&hl=de&client=firefox

Jau, das klingt schon reichlich durchgeknispelt, möchte man dem bodenständigeren Nazi beipflichten.

Eine weitaus niedrigere Schamgrenze als dieser haben, wie bald wohl jeder auch nur gelegentliche Mediennutzer schmerzlich erfahren wird, die Medienunternehmen Gruner&Jahr, Springer, Bertelsmann und noch gut 20 andere, die es sich immerhin 30 Millionen Euro kosten lassen, ein esoterisch-nationalistisches "Du bist Deutschland und Deutschland ist du"-Mantra von dem üblichen Promipack aufsagen zu lassen.

http://www.du-bist-deutschland.de/opencms/opencms/Kampagne/Manifest.html


Eigentlich wollte ich ein paar besondere Schmankerl aus dieser "Manifest" genannten Traumreise ins Reich zitieren, da sie aber ausschließlich aus "Schmankerln" besteht, empfehle ich die Lektüre en bloc und möchte nur diese tiefere Wahrheit als Schlußwort zitieren:


"Es gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Deutschlandbahn."


Huuuuiiiiiiiiiiiiiiiiii.

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[23 Sep 2005|12:24pm]

julius_firefly
[ mood | weird ]

Neues aus dem Meinungsforschungsinstitut RoTZKoTZ:

(Anmerkungen: Die Antworten sind nach Wahrscheinlichkeit aus realpolitischer Sicht, und nicht nach Pöbelmehrheit sortiert. Mehrfachnennung möglich, aber unerwünscht. Den StatistikerInnen stand es wie üblich frei, die Fragestellung und die Antwortmöglichkeiten während der Auswertung umzuformulieren.)

Auf die Frage "Welche Koalition hätten Sie denn gerne?" antworteten

  • 33% mit "Chilli-con-Carne-Koalition: Rot-Rot-Braun, wahlweise mit oder ohne Grüni."

  • 88% mit "Den Lafontäne find ich super."

  • 1 % mit "Wenn's der Mehrheitsbildung dient."

  • 39% mit "Was? Schon wieder Wahl?"

  • 5 % mit "Diesen Platz freilassen."

  • 45% mit "Alle Macht dem Pöbel."


Auf die Frage "Wenn Sie den Kanzler direkt wählen könnten, warum?" antworteten
  • 0,3% mit "Herr oder Frau Merkel oder Schröder."

  • 12,00% mit "Ja, ich will."

  • 23,5% mit "Den Lafontäne find ich super."

  • 43,49333% mit "Ich habe hierzu und zu allem anderen keine Meinung."

  • 77% mit "Grüß Gott."


Auf die Frage "Wer ist ihnen lieber als KanzlerIn, Herr oder Frau Merkel oder Schröder?" antworteten
  • 1,2% mit "Herr oder Frau Merkel."

  • 1,2% mit "Herr oder Frau Schröder."

  • 8,92% mit "Einzelhandelskaufmann im 2. Lehrjahr."

  • 1,2% mit "Herr Illner."

  • 103,7% mit "Den Lafontäne find ich super."


Auf die Frage "Sind Sie eigentlich besoffen?" antworteten
  • 78,9% mit "Jamaika."

  • 63,2% mit "Wasweissdennich."

  • 2,7% mit "Spinat mag ich nicht so gerne."


Fazit: 99,7% wollen eine große Koalition oder Ampel oder Jamaika-Schwampel oder die Nummer 12 (Soße auf einem Extrateller) oder egal. Den restlichen 0,3% gelang die Flucht. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte.
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Wawa-Wahl [20 Sep 2005|04:18pm]

julius_firefly
[ mood | cranky ]

Nun werden denkende Menschen leider nicht verschont, im Verlauf des Wahlkampfes mit immer den gleichen Nichtig-, Zweideutig- und Stumpfsinnigkeiten konfrontiert, mit und mit and Hirnmasse abzubauen.

Endlich und überfällig kommt der Wahltag, und eben jene (noch) denkenden Menschen können hoffen, ab dann und jetzt verschont zu bleiben - Pustekuchen! Mit der größte Schwachsinn folgt in der Wahlanalyse der öffentlich-rechtlichen Irrenanstalten (im Folgenden ÖRIA).

Die WählerInnen, so wird gesagt, hätten bei ihrer Stimmabgabe mithin die Wahl gefällt oder gehabt zwischen
a) Reformen weiter wie gehabt
b) Reformen weiter, aber hier und da ändern
und c) nix Reformen, Schluß damit.
Diese drei Richtungen fanden laut Umfrage mit 7, 42 und 50 Prozent (respektive). In den ÖRIAs werden nun a) und b) unter a) subsumiert, wodurch sich eine Zweiteilung von Volkes Meinung zu je knapp der Hälfte ergibt zwischen "Reformen, aber hallo" und "Reformen, pfui bah". Den (dadurch dümmer gewordenen) denkenden Menschen leuchtet das bald auch ein.

Desweiteren: WählerInnen der Grünen haben zu 62 Prozent mit ihrer Erststimme die SPD, WählerInnen der FDP zu 65 Prozent hingegen mit ihrer Erststimme die CDU gewählt. Dies läßt laut ÖRIA nur einen Schluß zu: die WählerInnen wollen keine große Koalition, oder eben gerade doch. Die (leider sehr in Mitleidenschaft gezogenen) denkenden Menschen sehen darin allerdings vielmehr das Bedürfnis, die Erst- nicht gleich zur Papierkorbstimme werden zu lassen, und liegen dann wohl falsch.

Es gibt somit Hoffnung für den arg gebeutelten Berufsstand der Journallie, der immerhin nicht verlernt zu haben scheint, kreativ mit Statistiken umzugehen, die somit noch nicht einmal gefälscht werden müssen - sagt doch jede Umfrage genau das aus, was die Journalistin und der Journalist gerade bestätigt sehen wollen.

Auch diesseits der Medien wird viel gedreht und gewendet, bis es auf beiden Seiten knusprig-braun gebacken ist. Beispiel Schröder, der sich - Entschuldigung, seine Partei nach wie vor als stärkste Fraktion wähnt, können doch vom Ergebnis der CDU glatt die Stimmen der CSU abgezogen werden - ungeachtet der Tatsache, daß die Restunion somit in einem von 16 Bundesländern nicht zur Wahl angetreten ist.

Die FDP wiederum sieht sich berufen, ein Weiterregieren von Rot-Grün zu verhindern (weshalb die Ampel aus bleibt), denn schließlich seien sie genau deshalb gewählt worden, und nicht etwa für ihr Parteiprogramm oder Westerwelles Pickellächeln.

Die Grünen andererseits geben zu bedenken, daß ihnen bei Jamaika mitnichten ein Land, aber immerhin ein Musikstil einfällt, zu dem sich zwar vorbildlich tanzen ließe, jedoch nicht mit FDP und CDU, weil: da fehlen die Gemeinsamkeiten. War man sich unlängst noch über gewisse Punkte einige, wie beispielsweise Grün und Schwarz in ihrer Ablehnung der Stammzellenforschung, hat die CDU dahingehend Kurskorrekturen angedeutet, schließich ist Deutschland (wenn schon kein Arbeits-, dann immerhin doch) ein Forschungsland. So fällt es den Grünen schwer, die nichtsdestotrotz stattfindenden Koalitionsgespräche zu legitimieren. Wer jedoch die Grünen kennt, weiß, daß dies nicht lange so bleiben wird - wer als Antikriegspartei antritt, um dann Kriege mit Auschwitz zu begründen, wird ohne große Anstrengung das eigene Programm dergestalt umdichten können, daß es am Ende identisch mit dem von CDU und FDP sein wird, bis hin zur Zustimmung und Ablehnung einer Mehrwertsteuererhöhung. Den denkenden Menschen wird Angst und Bange um die letzten IQ-Pünktchen, die sie noch von der Verblödung trennen.

Schließlich die "Linkspartei", die sich als heimliche Wahlsiegerin sieht, gerade weil sie von allen Koalitionsgesprächen ausgeschlossen ist. Damit steht sie in guter Tradition, und wie die Grünen im 21. Jahrhundert (und schon vorher) nicht mehr von ihren Schwesterparteien SPD/Union/FDP unterschieden werden kann, wird in absehbarer Zeit wohl auch die "Linkspartei" diesen Weg beschreiten, und sich zum Ebenbild der NPD entwickeln. Erste Anzeichen sind ja bereits vorhanden.

Und überhaupt, die "Linkspartei". Wieviele verzweifelte ParteisoldatInnen diese aus dem Schmelztiegel enttäuschter Linker rekrutierte, die sich im Einzelfall nicht zu blöde waren, zwar Lafontaine-Plakate ("Nichts ist so mächtig wie ein Furz, dessen Zeit gekommen ist.") aufzuhängen, aber doch die Person Lafontaine als zutiefst widerwärtigen Nationallinken oder -rechten einzustufen, ist fast schon erschreckend (aber auch nur fast). Der aus linker Sicht deprimierende Weg der Grünen und der Umstand, daß die "Linkspartei" von Anfang an nationaler und authoritärer als die meisten anderen bürgerlichen Parteien war und ist, wird völlig außer Acht gelassen - ansonsten könnte nicht so schizophren gehandelt und wahlgekämpft werden. Die (gerade noch) denkenden Menschen wundert das freilich nicht mehr, rechnen sie doch neuerdings mit allem.

Nach so viel Dumpfbackenkram muß nun auch mal gut sein; meine Medikamente sind fällig.

Btw: schon mal aufgefallen, daß die Abkürzung für "Bundestagswahl" die selbe ist wie für "by the way"?

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JA! [15 Sep 2005|02:47pm]

tjonke
jaja, die grünen mal wieder. wollen sich nicht ewig auf die seite der müslikauenden nörglerInnen gestellt sehen, sondern voll positiver energie einen wahlkampf für statt gegen etwas führen. also pflastern sie die ganze stadt mit lustigen plakaten und der hauptsächlichen parole "JA!" (geht es noch kürzer?) zu.
schade nur, dass die meisten ziele der grünen eben doch besser mit einem weniger optimistisch klingenden "NEIN!" umschrieben wären. 'ja zu kein genfood' jedenfalls ist schon ein ziemlich komisches konzept. oder 'ja zu keine kernkraft', dazu passend ein leider seltenes plakat 'ja zu keine nazis', auf dem der abgebildete nazi einem akw wirklich außergewöhnlich ähnlich sieht.
und dann wieder gibt es ein motiv, bei dem die grünen auf wundersamste weise zu sich selbst kommen: ein reihe grau beanzugter bw-soldaten, dazu der slogan "ja, merkel, lass uns in frieden" (oder so ähnlich). wie wahr. immerhin war das team fischer (grüne)/schröder (spd) das erste nach tribbentrop (nsdap)/hitler (ebenfalls nsdap), das soldaten zum kriegführen in fremde länder schickte. die cdu kann auf solche erfolge nicht verweisen, nicht einmal auf den trostpreis "beste kriegsbegründung", der an scharping (ebenfalls spd) geht.

was die grünen übrigens möglicherweise nicht wissen: "JA!" ist der name einer billigmarke, die es mal bei rewe gab (gibt?).
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"Nichtwähler" sind die Pest? [05 Sep 2005|01:40pm]

lorelei_gilmore
[ mood | awake ]

Böse Nichtwählerschaft. Das Bedrohungsszenario, das für potentielle Nichtwähler aufgebaut wird, die über ihre Entscheidung sprechen, sieht aus wie folgt:
- "Hast Du das nicht gelernt, wie schlimm das ist nicht zu wählen? Da passiert was ganz Schlimmes!"
- "Die Nazis kriegen dann 30%."
- "Dein Nichtwählen ist eine Stimme für die Rechtsextremen!"
- "Du m u ß t wählen, das ist deine Pflicht als Bürger."
- "Das untergräbt die Demokratie."
- "Wenn alle so gefrustet wären wie Du, dann ginge Deutschland unter."
- "Wenn alle so entscheiden würden wie Du, dann könnten sich die Umstürzler ins Fäustchen lachen."

Gegenfragen meinerseits:
- WAS genau passiert denn, wenn die Zahl der Nichtwähler weiter steigt? Die Zahl ist eh schon immens hoch, und mir ist keine Klausel bekannt, die das politische System ins Wanken brächte, nur weil z.B. jeder Zweite nicht wählt. Die "Legitimation" der Regierung ist nicht an die Prozente der Nichtwählerschaft geknüpft. Oder?
- Ich wüßte nicht, warum meine fehlende Stimme automatisch eine Stimme für Nazis sein soll. Sie ist auch automatisch eine Stimme für die Trotzkisten oder Biertrinker, sprich: für die kleinen Parteien. Je weniger Leute wählen, desto stärker werden die Kleinen, desto schwächer die Großen. Das spiegelte dann endlich mal die Schwäche der großen Parteien und brächte Konsequenzen mit sich.
- Politische Systeme währen nicht ewig, auch dieses nicht. Ist das Parteiensystem tatsächlich noch tragbar? Ist diese schwächste aller demokratischen Formen wirklich die Beste? Bin nicht für Elitendemokratie, glaube aber auch, daß die herrschende Staatsform nicht sehr viel mit Demokratie zu tun hat. Eher mit Lobbyismus und Stärkung des "westlichen Codes" (Deleuze).
- Wenn tatsächlich nichts mehr vor noch rückwärts geht, wenn die Politik versagt auf allen wichtigen Ebenen, wäre es dann nicht an der Zeit über alternative poitische Systeme nachzudenken, neue Visionen zu entwickeln etc.? Von denen, die in das hiesige politische System involviert sind, kann mensch eine solche Reflexion allerdings nicht erwarten, denn wenn Machtaufbau und -erhalt im Vordergrund stehen, ist die Denke zu systemimmanent, um mal einen Schritt zurückzutreten.
- Ich lasse mich ungern von Menschen beschimpfen, die zugeben, sich nicht im Geringsten für Politik zu interessieren und auch überhaupt keine Ahnung zu haben. Wichtig soll aber sein, diese Ahnungslosigkeit und Nicht-Wissen an der Urne auszutoben. Warum? Wer nicht im Geringsten informiert ist...

Wie denkt ihr darüber? Was ist eure Meinung zum Nichtwählen? Pro? Contra?

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Frauenfrage neu aufgerollt [03 Sep 2005|05:37pm]

tjonke
[ mood | blah ]

wer viel im internet recherchiert, findet viele sachen heraus. z.b., dass koos kombuis, afrikaanser sänger meines besonderen interesses die drängenden politischen probleme frauenrechte, islam und dritter weltkrieg völlig neu aufgerollt und dann leider wieder abgerollt hat.

liest sich trotzdem so gut, dass es der nicht afrikaanssprachigen minderheit keineswegs vorenthalten werden darf; kleinere ungenauigkeiten in der übersetzung mögen sich eingeschlichen haben, schiefe metaphern sind das was schon dem original seinen besonderen charme verleiht und die leserIn etwas ratlos zurücklässt.

die überschrift passt nicht so recht zum text, aber der text passt auch weder zu sich noch in diese welt -- alles im lot also.

Koos Kombuis: Streitereien im Haushalt manchmal schlimmer als Krieg.
Vor einigen Wochen hatte ich die ideale Gelegenheit, etwas über den Feminismus zu schreiben: Am nächsten Tag wäre Frauentag gewesen.
Die Gelegenheit kam und verstrich.
Denn was weiß ich, als Mann, über den Feminismus? Das wäre etwa so wie die Frage: was weiß ich, als westlicher Mensch, über den Islam?
So wie die geistige Landschaft für mich unerforschtes Gebiet ist, sind auch die Prinzipien des Feminismus für mich als Mann ein unbegreifliches Mysterium.
Die zwei Vergleiche haben eine ganze Menge miteinander zu tun, auch wenn das etwas weit hergeholt klingt. Denn der unterschied zwischen westlichem Denken und dem Islam beruht zu einem großen Teil darauf, wie die Männer in diesen Gruppen sich zu den Rechten der Frauen verhalten.
Obwohl weder Christen noch Muslime den strengen Ansprüchen des Feminismus gerecht werden, sind die Frauenrechte der wichtigste Stein des Anstoßes, der Maßstab, an dem die Unterschiede zwischen den beiden Denkschulen gemessen werden kann.
Muslime halten WestlerInnen für Menschen, die Frauenkörper billig machen und in ihren Massenmedien ausbeuten. Sie begreifen nicht, dass Frauen, die für Anzeigen oder Pornos nackt oder halbnackt posieren, dies meist freiwillig und gegen besonders gute Bezahlung tun.
WestlerInnen betrachten MuslimInnen als Menschen, die Frauenrechte missachten und Frauen zwingen, ihr Gesicht hinter lächerlichen und unvorteilhaften schwarzen Kleidern zu verstecken. Für uns ist undenkbar und unverständlich, dass praktisch alle muslimischen Frauen diese Beschränkungen gelassen akzeptieren.
Das Bild einer Muslima mit hinter schwarzen Tüchern verstecktem Gesicht ist nicht weniger unrealistisch als die westliche Vorstellung von weiblicher Sexualität als Wesen ohne Persönlichkeit und mit großen Brüsten und hochhackigen Schuhen, die ihre ölbeschmierten Körper in Sexclubs um blinkende Pfähle drapieren.
Um die banalen Implikationen dieser beiden unvereinbaren, aber eigenartig ähnlichen Standpunkte noch weiter auf die Spitze zu treiben, kann mensch die Position vertreten, dass, falls ein Dritter Weltkrieg zwischen Ost und West droht, die wahre Ursache dieses Konflikts unvereinbare Ansichten über Frauen sind.
Mit anderen Worten: Die globale Katastrophe, die uns ins Gesicht starrt, ist nicht so sehr die Folge von Männern, die sich nicht verstehen, sondern von Männern, die sich mit Frauen nicht verstehen!
Warum haben die Mächte in der Vergangenheit Kriege geführt? Um von anderen Stämmen Frauen und Kinder zu erbeuten. Das war das Ziel der Römer, der Christlichen Ritter, der Nazis, der Hutu und der Tutsis. Wenn die Sieger ein fremdes Land plündern und mit ihren Pferden, Kutschen und Panzern in die Hauptstadt einziehen, sind es traditionell die Frauen, Töchter und Witwen, die sich als erstes ergeben und die Imperialisten bejubeln und willkommen heißen.
Das passiert nicht wirklich so, aber so sieht es aus in den Filmen, die Männer nach dem Krieg machen. So sehen unsere Alten den Krieg. Das ist die herrschende Wahrnehmung. Krieg wird nicht nur um Krieg und Ideologie geführt, sondern hum Erotik. Ein Krieg gibt den angreifenden Soldaten die Gelegenheit, den häuslichen Verpflichtungen zu entkommen. Krieg öffnet Türen, um dem Feind sein Liebesobjekt zu rauben.
You show me yours, I show you mine.
Natürlich sind im Fall der ChristInnen und der MuslimInnen beide Sichtweisen falsch. Und womöglich ist das der Grund, warum Erzfeministinnen so aggressiv und humorlos scheinen. Sie sind es womöglich einfach nur satt, falsch verstanden zu werden. Sie sind es womöglich bloß satt, behandelt zu werden, als seien sie Sexobjekte oder Besitztümer. Frauen sind schließlich Menschen. Sie machen runde 50% der Erdbevölkerung aus – zu viel um zu ignorieren.
Womöglich wird der Dritte Weltkrieg erst beendet, wenn sowohl christliche als auch muslimische Frauen gemeinsam aufstehen gegen all diese falschen Sichtweisen der Sexualität und zusammenstehen, um der Welt zu sagen: »Wir sind Menschen; hört damit auf, uns zu banalisieren und zu verabgöttern. Hört auf, euch um uns zu schlagen; hört damit auf, euch um unseretwillen selber aufzublasen. Denn wir sind Menschen aus Fleisch und Blut, keine Jungfrauen, die darauf warten, euren müden Soldaten Freude zu schenken, weder im Jenseits noch im nächsten Bordell.«

Quelle ist übrigens die Zeitung Rapport: "Wir sprechen deine Sprache"

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Mäh, mäh [03 Sep 2005|03:37pm]

julius_firefly
Das neue "GMX Magazin" ist mit "Wer nicht wählt, darf auch nicht meckern" betitelt.

Und darauf würde ich gerne antworten: keine Angst, liebes "GMX Magazin", gemeckert wird nicht. Vielmehr wird vor- und hinterher darauf hingewiesen, daß so und anders nur ein marginaler Unterschied besteht. Dennoch danke für diesen Schnellkurs in angewandter Demokratietheorie.
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er tut es! wirklich! [02 Sep 2005|07:18pm]

tjonke
[ mood | bouncy ]

wahlkampf in deutschland, und schröders chancen stehen nicht eben gut. zum glück kennt schröder aber das eine oder andere rezept, um seine beliebtheit zu steigern, ohne wirklich politik machen zu müssen.
wie ein geschenk des himmels kommt da die flutkatstrophe in new orleans, jedenfalls ist deutschland-schröder sich tatsächlich nicht zu blöde, großkotzig hilfe anzubieten und den retter in der not spielen zu wollen. was 2002 in ostdeutschland klappte und 2005 in bayern nicht klappte, könnte 2005 in den usa ja vielleicht doch noch klappen. flankiert von umwelt-trittin lässt sich auch noch die antiamerikanische karte spielen, das hat ja in der vergangenheit schon einmal prozente gebracht.
alles sehr professionell also, aber nix, das sich nicht noch verbessern ließe: gut wäre ein bundeswehreinsatz in den usa, nur, um mal eben die endlich wiedererlangte souveränität deutschlands zu demonstrieren und den amis zu zeigen, wo der hammer hängt. its sandsäcken und schaufeln, statt mit knarren, wie es die ami-rambos tun. vielleicht in kombination mit frankreich, denn new orleans ist ja quasi französisch-europäisches auslandsterritorium.
den amis erklären, dass sie mit ihrer politik quasi selber schuld an der katastrophe sind, und das deutschland mit seinen gelben säcken so etwas niiiiie passieren könnte, ist natürlich ein guter ansatz. besser wäre aber, wenn friedenskanzler schröder den kriegslüsternen und naturfernen ami-präsi direkt ablösen und im interesse aller friedens- und naturliebenden menschen auf dieser erdenscheibe die provisorische verwaltung des krisengebiets gleich selbst übernehmen würde. sehr schön auch, dass schröder ausgerechnet öl verspricht: kein blut für öl, aber öl für wasser. gegen wasser. gegen amerika!

schade höchstens, dass es die süd- und nicht die ostküste trifft, aber: der nächste hurricane kommt bestimmt.

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Reimen wie die Profis [01 Sep 2005|03:34pm]

tjonke
[ mood | happy ]

gibt es etwas schöneres als liebeslieder? subtile metaphern und schmeichelnde vergleiche?
die sprache der liebe ist hja bekanntlch das afrikaans, und daher nimmt es wenig wunder, dass einige der schönsten liebeslieder in afrikaans geschrieben wurden, übrigens alle von koos kombuis.
"ich musste dir nur gerade sagen, dass ich dich lieb habe, so lieb wie das kap" -- ist das schön? ich mag dich so gern wie die eifel??
"ich leih dir sogar mein fahrrad ohne ein schloss" -- soll das jetzt ein vertrauensbeweis sein oder was?!!
"ich will dich rauchen wie gute kräuter"
und, mein absoluter liebling: "du bist voller als ein weinglas und schöner als ne pizza" jess, das is noch mal ne gescheite liebeserklärung.

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Huh? [27 Aug 2005|03:24am]

julius_firefly
[ mood | tired ]

Snape tötet Dumbledore.

Das mußte sein - habe irgendwo gelesen, daß dieser Satz in jeden Blog gehört. Nur weiß ich leider nicht, was er bedeuten soll. Vielleicht eine Art Mantra?

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Beschäftigung mit der Linkspartei - Warum? Warum nicht? [25 Aug 2005|03:34pm]

julius_firefly
[ mood | intimidated ]

In der Septemberausgabe der KONKRET wird die Frage, ob die Linkspartei zu wählen ist, von der Speerspitze linker (u.a.) Intelligenz beantwortet, und zwar "auf den Seiten 10 bis 64 in diesem Heft" (HLG). "Warum? Warum nicht?"

Zwei, die hierbei nicht fehlen dürfen, sind Martin Sonneborn und Thomas Gsella, Ex- respektive Interim-Chef der Titanic.

"Ich habe extra die Partei gegründet, um nicht die Linkspartei wählen zu müssen. Aber so etwas kann natürlich nicht jeder tun; wir hätten ja sofort Weimarer Verhältnisse!" - Martin Sonneborn, Bundesvorsitzender "Die Partei".

Wann oh wann verläuft sich der Running Gag "Partei" endlich im Sande? Witzig ist das nicht mehr. Oder nicht? Oder doch? Doch:

"11 Prozent Protestnazis und Denkzettelesel, Zahlen also wie beim Eurokommunismus - leider bin ich verpflichtet, 'Die Partei' meines Kumpels Martin Sonneborn zu wählen. Die ist zwar auch für Tierschutz, will aber immerhin die Mauer wiederhaben." - Thomas Gsella.

Zumindest der Tierschutz läßt kurz schmunzeln, "Die Partei" bleibt witzlos. Klüger bezüglich der Linkspartei werden wir hierdurch aber auch nicht. Hilfe bringen nicht Seite 10 bis 64, sondern höchstens Seite 9:
"Populismus aber ist immer rechts, wie seine Drillingsbrüder Nationalismus und Antisemitismus. Ein Kritiker der herrschenden Verhältnisse, der in der ja nicht nur materiell gebeutelten, sondern auch intellektuell verelendeten und psychisch deformierten Masse nach seiner Basis sucht, gibt sich auf, ob er will oder nicht." - HLG

Wußten wir auch schon. Und da habe ich allen Ernstes nach schlagkräftigen Warums gesucht, fand aber nur Warumnichts, und die sind noch nicht mal neu.
Verdammich, wenn mir nicht bald jemand sagt, warum ich die "Linkspartei" wählen sollte, dann mach ich das am Ende trotzdem. Oder gerade deshalb nicht.

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Ratzia in der Synagoge [20 Aug 2005|07:01pm]

julius_firefly
[ mood | working ]

Der Besuch von Ratzinger ("Benedikt der Soundsovielte") und Meisner ("Kardinal") in der Kölner Synagoge am vergangenen Freitag ("gestern") viel nun bekanntlich ins Wasser, in Ermangelung Meisners. Was ist bzw. besser: war denn da los?

Der "Kardinal" war sauer, ja geradewegs böse, auf den noch böseren Juden, diesmal in Gestalt von Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland. Denn dieser hatte sich erdreistet, die längst überfällige Relativierung des Holocausts - denn, so Meisner, Föten sind mittlerweile mindestens so häufig (und mutmaßlich mindestens so industriell) getötet worden wie Anno Dazumal Juden in, wie heißt das noch, Nazideutschland - dem "Kardinal" auch noch vorzuhalten. Schlimmer noch, Spiegel drohte Meisner gar mit dem Kadi, da - Vergangenheitsbewältigung hin, brutaler Bombenterror auf und rein nach Dresden her - selbiges wohl immer noch ein Straftatbestand sein zu habe und wohl auch noch ist.

Meisner, gar nicht dumm, hält eine Gegenklage eben dort: dagegen. Denn, und da hat er aber Recht, Spiegel geht an gegen die Freiheit der "Glaubensverkündung", das zu predigen, was die katholische Kirche nun einmal zu predigen pflegt. Nämlich Hass. Und da, bitteschön, habe man die Kirche doch zu lassen, dankesehr.

Die Einsicht des selbsternannt unfehlbaren Papstes, daß Terrorismus schlimm ist, außer in Israel (oder so), fällt dagegen kaum ins Gewicht. Obwohl es natürlich Monate aktueller wäre als die Einsicht Meisners. Nichtsdestotrotzwenigeraber zog Hitlerjunge Ratzi den Synagogenbesuch durch, ersetzte jedoch einen Hardliner durch anderthalb andere: Otto "Ausländer-raus-Notfalls-im-Paket" Schily und Jürgen "Ausländer-gar-nicht-erst-rein" Rüttgers.

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Des Pinguins Kern [20 Aug 2005|01:26am]

julius_firefly
[ mood | awake ]

Wie andere zeige auch ich wenig Willen, zum (pseudo-) DOS-Prompt zurückzukehren, und habe mich deshalb bisher der Linux-Manie weitestgehend verweigert.

Doch nun musste ich erfahren, daß in den meisten Linux-Distributionen stillschweigend ein kleines Programm namens "ddate" enthalten ist, welches gregorianische in discordianische Tagesangaben umrechnet.

Höchste Zeit also, meine Haltung bzgl. Linux zumindest zu überdenken. Oder auch nicht.

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Politwetten [14 Aug 2005|02:13pm]

lorelei_gilmore
[ mood | okay ]

Julius und ich haben wieder eine Polit-Wette laufen. Da es dieses Mal müßig ist, um den schon seit Monaten feststehenden Gewinner zu wetten (das nennt sich wohl Demokratie), haben wir uns auf folgendes geeinigt: Die Linkspartei erreicht entweder über oder unter 10%. Dabei habe ich mutigerweise unter die 10% gewettet, obwohl die Linkspartei mit zur Zeit 12% gehandelt wird. Aber ich setzte schon damals vor der Flut auf Schröder und gewann. Allerdings setzte ich damals auch auf Kerry und verlor. Manchmal klaffen Wunsch und Wirklichkeit doch ein wenig auseinander.

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